4. Jahrestagung 2026

Das DNGK veranstaltet am Dienstag, dem 22. September 2026 seine 4. Jahrestagung. Sie findet in Kooperation mit der AG Gesundheitskompetenz des Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) als Pre-Conference zum 25. Kongress Versorgungsforschung (23. bis 25. September 2026) in Köln statt.

Jahrestagung DNGK am 22. September 2026: „Stand der Gesundheitskompetenzförderung in Deutschland“ – eine Arbeitstagung des DNGK

Unter dem Titel „Stand der Gesundheitskompetenzförderung in Deutschland“ – eine Arbeitstagung des DNGK“ wird sich die Tagung im ersten Teil in fünf parallelen Workshops mit fünf spannenden Themen befassen:

Mit internationaler Beteiligung wagen wir eine Bestandsaufnahme zur Gesundheitskompetenzforschung in Deutschland und den Niederlanden, werden uns mit den Möglichkeiten, organisationalen Gesundheitskompetenz verbindlich verankern, befassen und nicht zuletzt stehen die Themen „Künstliche Intelligenz und verlässliche Gesundheitsinformationen“, „Risikokommunikation und Leichte Sprache“ sowie die „Schlüsselrolle der Gesundheitsfachberufe“ auf dem Programm.

Im zweiten Teil der Veranstaltung planen wir ein großes Worldcafe im Plenum zum Stand der Umsetzung der Empfehlungen des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz. Die Ergebnisse aus Workshops und World Café bilden den Ausgangspunkt für die abschließende Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen aus Praxis, Politik und Wissenschaft.

Programm DNGK

„Stand der Gesundheitskompetenzförderung in Deutschland“ – eine Arbeitstagung des DNGK

Dauer: 13:30 bis 18:30 Uhr
Anschließend: Get together
max. Teilnehmerzahl: ca. 80 Personen
Zielgruppe: Gesundheitskompetenz interessierten Menschen, unabhängig von ihrer Mitgliedschaft im DNGK oder DNVF
Kosten: DNGK/DNVF-Mitglieder: 60,00€ p.P.
DNGK/DNVF-Studenten: 30,00€ p.P.
Nichtmitglieder: 100,00€ p.P.
Moderation: 
Prof. Dr. Eva Maria Bitzer & Prof. Dr. Stephanie Stock

Hier geht es zum aktuellen Programm DNGK – Stand 7. Juli 2026

>> Zum vorläufigen Programm – Stand: 7. Juli 2026
>> Zu den Abstracts – Stand: 14. Juli 2026

Welche Workshops wird es geben?

Workshop 1: Gesundheitskompetenzforschung in Deutschland und den Niederlanden: Entwicklungen und Herausforderungen

Workshop 1: Gesundheitskompetenzforschung in Deutschland und den Niederlanden: Entwicklungen und Herausforderungen
Susanne Jordan¹, Monique Heijmanns², Eva Maria Bitzer³
¹Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin
²Institute for Health Services Research, Utrecht, NL
³Pädagogische Hochschule Freiburg, Freiburg

Hintergrund: Vor dem Hintergrund wachsender Informationsflut, digitaler Transformationsprozesse, Fehl- und Desinformation sowie fortbestehender sozialer Ungleichheiten gewinnt Gesundheitskompetenz als Ansatzpunkt für Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung weiter an Bedeutung. Aktuelle Studien zur Gesundheitskompetenz in Deutschland zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung themenübergreifend Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen hat.

Seit 2018 gibt es den „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ für Deutschland, der neben verschiedenen Handlungsbereichen auch einen Ausbau der Forschung zur Gesundheitskompetenz fordert. Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie sich die Forschung zur Gesundheitskompetenz in Deutschland in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.

Methode: Es wurde eine narrative Übersichtsarbeit unter Einbezug wissenschaftlicher Artikel und grauer Literatur durchgeführt, in denen Forschungsergebnisse zur Gesundheitskompetenz berichtet wurden oder die sich mit Forschung zur Gesundheitskompetenz in Deutschland beschäftigten.

Ergebnisse: Die Gesundheitskompetenzforschung in Deutschland ist durch eine zunehmende Ausdifferenzierung gekennzeichnet. Neben der allgemeinen Gesundheitskompetenz werden zunehmend spezifische Formen wie digitale, navigationale, professionelle und organisationale Gesundheitskompetenz sowie verschiedene verhaltens- oder erkrankungsspezifische Gesundheitskompetenzen untersucht. Diese themen- oder bereichspezifischen Erkenntnisse liefern konkrete Ansatzpunkte für Prävention, Gesundheitsförderung und Versorgung und ergänzen die Erkenntnisse zur allgemeinen Gesundheitskompetenz. Parallel dazu wurden ergänzend zu den etablierten Instrumenten zur Erfassung allgemeiner Gesundheitskompetenz auch Messinstrumente zur Untersuchung spezifischer Gesundheitskompetenzen entwickelt. Insgesamt überwiegen Messinstrumente, die individuelle Gesundheitskompetenz erfassen. Weiterhin ist zu beobachten, dass sich die Forschung auf Erwachsene konzentriert und deutlich weniger Forschung zur Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen vorliegt. Neben bevölkerungsweiten Studien gibt es zunehmend Interventionsforschung, die überwiegend individuelle Gesundheitskompetenz untersucht. Die Anzahl und das Spektrum der Akteure, die Forschung zur Gesundheitskompetenz betreiben, hat sich erweitert. Längsschnitt- bzw. Kohortenstudien fehlen in Deutschland bislang weitgehend.

Diskussion: Die Gesundheitskompetenzforschung in Deutschland scheint sich in den letzten Jahren konsolidiert zu haben. Zugleich konzentriert sie sich häufig auf Wissensvermittlung oder individuelle Gesundheitskompetenz und folgt bislang nur teilweise einer breiteren Konzeption von Gesundheitskompetenz, die Lebenslagen, Organisationen, Strukturen und gesundheitsbezogene Kontexte berücksichtigt. Sie steht vor der Herausforderung, konzeptionelle Breite, methodische Vergleichbarkeit und praktische Anschlussfähigkeit miteinander zu verbinden. Entsprechend besteht weiterer Bedarf an theoriegeleiteter Instrumentenentwicklung, an der Kombination qualitativer, quantitativer und partizipativer Methoden sowie an Längsschnitt- und Kohortenstudien. Die Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz kann eine zentrale Grundlage bilden, an der sich zukünftige Forschung orientieren kann.

Workshop 2: Organisationale Gesundheitskompetenz verbindlich verankern

Workshop 2: Organisationale Gesundheitskompetenz verbindlich verankern: Von Leitsätzen des Nationalen Aktionsplans zu Praxisinstrumenten
Katharina Rathmann¹, Inga Münch², Jürgen Soffried³, Christoph Schmotzer⁴ aus dem Fachbereich Organisationale Gesundheitskompetenz des DNGK
¹Hochschule Fulda, Fulda
²Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
³Institut für Gesundheitsförderung und Prävention GmbH, Wien, AU
⁴Gesundheit Österreich GmbH, Wien, AU

Hintergrund
Gesundheitskompetenz (GK) entsteht im Zusammenspiel individueller Fähigkeiten von Menschen mit organisationalen Rahmenbedingungen. Der Nationale Aktionsplan (NAP) Gesundheitskompetenz formuliert das Ziel, GK als Standard auf allen Ebenen z. B. des Gesundheitssystems zu verankern. Damit rücken nutzerfreundliche Strukturen, eine GK-Fokussierung in der beruflichen Bildung, verständliche Kommunikation, bessere Navigation und qualitätsgesicherte Informationen in den Mittelpunkt.

Organisationale Gesundheitskompetenz (OGK) bietet hierfür einen konzeptionellen Rahmen. Das Konzept beschreibt, wie Organisationen ihre Strukturen, Prozesse, Informationsmaterialien, Kommunikationswege und Führungskultur so gestalten können, dass Menschen unabhängig von ihrer individuellen GK gut informiert, orientiert und beteiligt werden können. In Forschung und Praxis liegen inzwischen zahlreiche Instrumente, Selbstbewertungsverfahren, Praxisleitfäden, Toolboxen und Modellprojekte vor. Zugleich bleibt offen, wie OGK dauerhaft verbindlich, anschlussfähig und ressourcenschonend in (bestehende) Prozesse und -strukturen von Organisationen integriert werden kann.

Ziel des Workshops
Der Workshop bündelt aktuelle Erkenntnisse und Praxiserfahrungen zur Umsetzung organisationaler GK. Ziel ist es, gemeinsam auszuloten, wie OGK von einem normativen Anspruch ausgehend über verschiedene strategische Optionen operationalisiert werden könnte. Dabei werden mehrere thematische Perspektiven zusammengeführt:

Nachdem der Fachbereich OGK eine thematische Einführung zum OGK-Konzept und zur Arbeit des FB vorgenommen hat, werden Maßnahmen (z. B. Praxisprojekte/-beispiele), Instrumente und Methoden zur Förderung von OGK aus den DACH-Ländern in Form von kurzen Pitches in den Blick genommen. Dazu zählen bspw. Berichte zu Erfahrungen mit Selbstbewertungsinstrumenten sowie Good-Practice-Beispiele (wie bspw. Die Pilotierung von Patient Reporte Experience Measures (PREMS) in der österreichischen Primärversorgung), eine Gegenüberstellung von BGM und OGK in der Praxis oder OGK in der beruflichen Bildung. Diskutiert wird, welche Bedingungen erfüllt sein müssten, damit einzelne Standards/Handlungsfelder der OGK auf System-, Organisations- und Interaktionsebene wirksam verankert werden kann.

Workshop-Format und Methodik
Es folgen Gruppendiskussionen in zwei verschiedenen Arbeitsgruppen. Anschließend folgt die Zusammenführung der Arbeitsgruppen-Ergebnisse im Plenum, um zu erarbeiten, wie die Empfehlungen konkret umgesetzt werden könnten.

Arbeitsgruppe 1: NAP-Leitsätze in die Praxis übersetzen
• Welche Leitsätze des NAP sind in Organisationen bereits anschlussfähig?
• Wo bestehen Umsetzungsbarrieren?
• Welcher Unterstützungsstrukturen bedarf es?
• Wo sollten wir Prioritäten setzen?

Arbeitsgruppe 2: OGK verbindlich verankern?
• Wer und welche Ebene muss daran ansetzen?
• Welche Rolle spielen z. B. PREMs, Nutzer:innenbefragungen, Selbstbewertungsinstrumente, die berufliche Bildung oder OGK-Schwerpunktsetzungen in der Praxis (z. B. Kommunikationsstandards)?

Die Ergebnisse beider Arbeitsgruppen werden im Plenum zusammengeführt und im Hinblick auf die nächsten Schritte für den DNGK-Fachbereich OGK und eine mögliche Aktualisierung des NAP GK reflektiert.
Herausgearbeitet werden soll: Wo es Überschneidungen zwischen NAP und Praxis gibt (ist beispielweise eine Priorisierung von OGK-Standards nötig)? Was kann der FB OGK zur Weiterentwicklung des NAP beisteuern?

Der Workshop dient als Vorarbeit, um die Förderung der OGK entlang der NAP-Empfehlungen zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Workshop 3: Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen in KI-gestützten Anwendungen

Workshop 3: Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen in KI-gestützten Anwendungen: zu Nutzerzentrierung, Verlässlichkeit, Technik und Integrität
Kerstin Berr¹, Carola Galatsidas¹, Susanne Melin¹, Inga Münch², Fülop Scheibler³, Sebastian Schmidt-Kähler², Natalie Tutzer⁴ aus dem Fachbereich Medien des DNGK
¹Bosch Health Campus, Stuttgart
²Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
³SHARE TO CARE GmbH, Köln
⁴TAKEPART Media + Science GmbH, Köln

Hintergrund
Organisationale Gesundheitskompetenz beschreibt die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, Strukturen zu schaffen, die Menschen einen möglichst niederschwelligen Zugang zu gesundheitsbezogenen Angeboten und verlässlichen Informationen ermöglichen. Dazu gehört Unterstützung dabei, verlässliche Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. An der Schnittstelle von organisationaler, digitaler und individueller Gesundheitskompetenz gewinnen Anwendungen wie Chatbots und vergleichbare Dialogtools zunehmend an Bedeutung, die generative Künstliche Intelligenz (gKI) einsetzen.

Bestehende Qualitätsstandards für verlässliche Gesundheitsinformationen sind für die Bewertung von gKI-produzierter Gesundheitsinformation unzureichend. Kriterien wie Autorenschaft, Aktualität, Quellenlage, redaktionelle Verantwortung oder Transparenz des Entstehungsprozesses lassen sich auf dynamisch erzeugte KI-Antworten nicht ohne Weiteres übertragen. Die Chancen von gKI liegen unter anderem darin, Informationsinhalte zu individualisieren und zu personalisieren. Sie können Menschen dabei unterstützen, Informationen in den eigenen Alltag einzuordnen, Gesundheitsziele zu verfolgen und die nächsten Handlungsschritte zu reflektieren. Um diese Potenziale zur Stärkung von Gesundheitskompetenz zu nutzen und Risiken wie Fehlinformation, falsche Sicherheit oder mangelnde Nachvollziehbarkeit zu reduzieren, braucht es praxistaugliche Qualitätsindikatoren und Verfahren der Qualitätssicherung.

Ziel ist es, die Qualitätssicherung stärker mit Blick auf praktische Anwendbarkeit zu operationalisieren. Der Fokus im Workshop liegt auf den verschiedenen bei der Qualitätssicherung relevanten Aspekten der Nutzerzentrierung, Verlässlichkeit, Technik und Integrität.

Bei Diskussionen um die nutzerfreundliche Gestaltung von Gesundheitsinformationen geht es häufig vorrangig um die Verständlichkeit der Informationen, doch auch praktische Anwendbarkeit ist von großer Relevanz, die individuelle – auch situative – Voraussetzungen berücksichtigen. Verlässlichkeit von Information bildet sich etwa durch medizinische Richtigkeit, Vollständigkeit von Information und Methoden der Risikokommunikation ab. Dabei relevant sind auch technische Aspekte wie Prompt Engineering und Retrieval Augmented Generation-Systeme. Zu Aspekten der Integrität von Gesundheitsinformationen gehören ethische und (datenschutz-)rechtliche Aspekte und (benötigte) Rahmenbedingungen.

Wie eine übergreifende Qualitäts- und Governance-Perspektive aussehen kann, verdeutlicht exemplarisch InfoCure. InfoCure entwickelt ein Zertifizierungssystem für vertrauenswürdige Anbieter digitaler Gesundheitsinformationen und adressiert damit die Frage, wie qualitätsgesicherte Quellen im digitalen Informationsraum sichtbarer und für Plattformen, Suchmaschinen, Chatbots und KI-Anwendungen nutzbar gemacht werden können.

Ergänzend wird als konkrete Anwendungsperspektive Sundi einbezogen, ein digitales Präventionsangebot, das vom Bosch Health Campus und der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen des Karolinska Institutet in Stockholm entwickelt wurde. Sundi dient als Beispiel dafür, wie gKI-gestützte Tools Menschen bei der Umsetzung gesundheitsbezogener Ziele unterstützen können und welche Qualitätsfragen sich in der nutzerzentrierten Anwendungspraxis stellen.

Ablauf des Workshops
Der Workshop soll eine Möglichkeit zur Diskussion verschiedener Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten für die verschiedenen Dimensionen der Qualitätssicherung von Informationen bei Bereitstellung mithilfe von gKI bieten.

Zu Beginn führen Impulsvorträge zu Wissenschaft und Praxis anhand von InfoCure und Sundi in das Thema ein. Danach folgt eine Arbeitsphase in drei Kleingruppen mit den Themenschwerpunkten 1) Nutzerzentrierung und -beteiligung, 2) Verlässlichkeit und Technik sowie 3) Health Information Integrity. Sie werden von Expert:innen aus den jeweiligen Fachbereichen moderiert. Die Arbeit in Kleingruppen gibt auch Raum für Fragen zu Prozessen, Bedenken und Chancen, für die bisher keine etablierten Antworten vorliegen. Die Ergebnisse werden im Plenum geteilt und diskutiert – auch mit Blick auf Chancen und Grenzen von gKI-gestützten Tools sowie gemeinsame Handlungsempfehlungen.

Workshop 4: Risikokommunikation und Visualisierungen in Gesundheitsinformationen

Workshop 4: Risikokommunikation und Visualisierungen in Gesundheitsinformationen: Aktuelle Perspektiven aus der Leichten Sprache
Sarah Ahrens¹², Friederike Günther², Merle Schindler¹ aus dem Fachbereich Barrierefreie Gesundheitskommunikation des DNGK
¹ Universität Hildesheim, Hildesheim
² Fachbereich Barrierefreie Gesundheitskommunikation im DNGK

Hintergrund
Gesundheitskompetenz umfasst die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden (Schäffer et al. 2021). Insbesondere im Kontext medizinischer Risiko­kommunikation stellt das Verstehen gesundheitsrelevanter Informationen jedoch eine Herausforderung dar. Viele Patient*innen haben Schwierigkeiten, statistische Wahrscheinlichkeiten, Prozentangaben sowie Informationen zu Nutzen und Risiken medizinischer Maßnahmen korrekt zu interpretieren. Solche Informationen sind wichtiger Bestandteil evidenzbasierter, fachexterner Gesundheits­informationen. Nicht- und Missverstehen dieser Informationen kann eine informierte Entscheidung erschweren.

Auf die nötige Verständlichkeit von Gesundheitsinformationen geht auch der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz (NAP) ein und erwähnt unter Empfehlung 9 „Gesundheitsinformationen nutzer­freundlich gestalten“ die Einfache Sprache. Das ist eine verständlichkeitsoptimierte Varietät des Deutschen, mit der Fachinhalte an Lai*innen kommuniziert werden. Der vorliegende Workshop geht noch einen Schritt über den NAP hinaus und konzentriert sich auf die Leichte Sprache, eine noch einfachere Varietät des Deutschen. Adressat*innen sind hier v. a. Menschen mit kognitiver Beein­trächtigung. Die Leichte Sprache zeichnet sich durch einen reduzierten Wortschatz, besonders kurze Sätze und eine besonders deutliche Ausdrucksweise aus.

Ziele des Workshops
1. Problemstellung: Komplexe Informationen vs. sprachliche und grafische Einfachheit
Anlass ist das Positions­papier „Evidenzbasierung und Leichte/Einfache Sprache“, das der Fachbereich Barrierefreie Gesund­heitskommunikation im DNGK e. V. im November 2024 veröffentlichte. In dem Papier heißt es: „In der Leichten, aber auch in der Einfachen Sprache ist in der Darstellung von Zahlen, Risiken und insbesondere Wahrscheinlichkeiten eine besondere Einfachheit in der sprachlichen und grafischen Darstellung geboten.“ (DNGK 2024: 9) Dazu heißt es im Positionspapier auch: „Häufigkeiten sollten nicht nur als Ziffern/Zahlwörter, sondern auch visuell ausgedrückt werden, also z. B. durch Diagramme.“ (DNGK 2024: 9)

2. Aktuelle Arbeiten
Wir umreißen die Problemstellung der Risikokommunikation in Leichter Sprache und stellen einige Arbeiten vor, die diesen Aspekt in den vergangenen Jahren beleuchtet haben. Um die im Positionspapier benannten Aspekte näher zu beleuchten, präsentieren wir das Vorgehen aus einer aktuellen Abschlussarbeit. Darin wurde ein existentes Forschungsdesign zur Überprüfung der Ver­ständlichkeit verschiedener Visualisierungsformen (Hawley et al. 2008) auf Adressat*innen der Leichten Sprache angepasst. Das Ergebnis der Anpassung ist ein verständlichkeitsoptimierter Frage­bogen. Die Autorin stellt die Ergebnisse ihrer Arbeit vor und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie sie den Fragebogen in Leichte Sprache übersetzt und die Visualisierungsformen für die Proband*innen angepasst hat.

Ablauf des Workshops
In einer anschließenden Diskussion im Plenum beleuchten wir neben der Leichten Sprache auch Schluss­folgerungen für die Einfache Sprache. Die Teilnehmer*innen erhalten Ausschnitte aus bereits existenten Leichte-Sprache-Texten und teilen ihre Eindrücke zur Umsetzung der Risikokommunikation (verbal und grafisch). So identifizieren wir Problemfelder. In einem zweiten Schritt sammeln wir eigene Erfahrungen mit Leichte-Sprache-Texten, aber auch Vorschläge. Damit wollen wir mögliche Lösungen für die Problemstellungen finden. Ziel ist es, das Positionspapier „Evidenzbasierung und Leichte/Einfache Sprache“ um handlungsorientierte Vorschläge zu ergänzen. Dabei entdecken wir die Grenzen der Leichten Sprache und weiten die vorgestellten Problemstellungen und Lösungsvorschläge auf die Einfache Sprache aus.

Workshop 5: Gesundheitsberufe als Schlüssel für Gesundheitskompetenz

Workshop 5: Gesundheitsberufe als Schlüssel für Gesundheitskompetenz: Kommunikation und Information in Lebenswelt und Gesundheitssystem gestalten
Silke Kaufmann¹, Ina Backer², Hanna E. Schwendemann³, Stefanie Rupp³, Eva Denysiuk⁴, Barbara Fillenberg⁵, Julia Steinmann⁵, Maria A. Machwacka⁶, Andrea Warnke⁷ aus dem Fachbereich Gesundheitsberufe des DNGK
¹IB Schule für Physiotherapie Baden-Baden
²Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD), Bayreuth
³IU Internationale Hochschule, Erfurt
⁴Deutscher Verband Ergotherapie (DVE) e.V., Karlsbad
⁵Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
⁶Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Wolfsburg
⁷IU Internationale Hochschule, Campus Bremen

Hintergrund
Gesundheitsberufe (GB) wie Ergo-, und Physiotherapie, Logopädie und das Hebammenwesen können maßgeblich dazu beitragen, die Gesundheitskompetenz (GK) von Patient*innen zu stärken. Mit dem Rettungsdienst bzw. der präklinischen Notfallversorgung wird ergänzend ein bislang kaum unter dem Aspekt der GK betrachtetes Feld einbezogen. GB übersetzen komplexe Versorgungsansprüche in klientenzentrierte Versorgungsprozesse, fördern Selbstmanagement und begleiten Verhaltensänderungen im Alltag. Neue Patient*innenrollen hin zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung im Versorgungsprozess fordern von GB, Kommunikation, Interaktion und Information als einen gemeinsamen Aushandlungsprozess mit edukativen Anforderungen neu zu definieren.

Der Fachbereich Gesundheitsberufe greift zur Förderung von GK den gesamtgesellschaftlichen Ansatz des Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz (NAP) auf und adressiert im Workshop besonders die Handlungsfelder Lebenswelt und Gesundheitssystem.

Empfehlung 1 des NAP adressiert das Bildungssystem, da sich dort verschiedene Ansatzpunkte zur Förderung von GK bieten. Neben Kitas und (Hoch-)Schulen tragen auch Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung dazu bei, GK professionsspezifisch zu fördern. Eine einheitliche Implementierungsstrategie in Bildungspläne besteht gegenwärtig noch nicht. Empfehlung 4 fokussiert den Umgang mit analogen und digitalen Medien. Vielfältige Gesundheitsinformationen existieren in unterschiedlicher Güte und müssen für die gesundheitskompetente Nutzung gefiltert werden. Angehörige von GB müssen dazu befähigt werden, ihren Klient*innen analoge und digitale Gesundheitsinformationen bereitzustellen. Der aktuelle Review von Silke Kaufmann zur Relevanz professioneller Gesundheitskompetenzen in der Physiotherapie zeigt beispielsweise den Versorgungswandel durch digitale Therapie- und Informationsmöglichkeiten auf. Neue Kompetenzanpassungen in den Aufgabenbereichen professioneller GK als Future Skills werden für Physiotherapeut*innen relevant, um Klient*innen auch digital unterstützen zu können.

Im Kontext der präklinischen Versorgung werden die Folgen eingeschränkter GK besonders sichtbar – etwa, wenn die Wahl der passenden Versorgungsebene (112, ärztlicher Bereitschaftsdienst, Notaufnahme) misslingt –, sodass der Rettungsdienst zur navigationsbezogenen Gesundheitskompetenz (Empfehlung 7) beitragen kann.

Empfehlung 8 des NAP fordert eine verständliche, wirksame und patientenzentrierte Kommunikation der GB – doch in der Praxis fehlen häufig Zeit, geeignete Strukturen, systematische Qualifizierung und ein gemeinsames Verständnis professioneller Gesundheitskompetenz.

Ziele des Workshops
• Benennen ausgewählter zentraler Inhalte und Empfehlungen des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz und deren Relevanz für Gesundheitsberufe
• Reflektieren der professionseigenen Rolle in der Förderung von Gesundheitskompetenz auf Mikro‑ (Patient*innen), Meso‑ (Team/Organisation) und Makroebene (Strukturen) basierend auf den Empfehlungen 1, 4, 7 und 8 des NAP
• Reflexion der kommunikativen und edukativen Anforderungen professioneller Gesundheitskompetenz in Gesundheitsberufen, insbesondere mit Blick auf verständliche Sprache, adressatengerechte Information, Interprofessionalität sowie die curriculare Verankerung entsprechender Kompetenzen in Aus-, Fort- und Weiterbildung
• Entwicklung von Ideen und Visionen, wie die Beratungs- und Edukationsfunktion der Gesundheitsberufe sowie professionelle (digitale) Gesundheitskompetenz in Curricula, Leitbildern, Teamprozessen und Versorgungsabläufen nachhaltig gestärkt und verankert werden kann.

Ablauf des Workshops
Im Workshop werden zunächst mittels Posterpräsentation verschiedene Professionen (Ergotherapie, Hebammenwesen, Logopädie, Physiotherapie und Notfallsanitäter*innen / Rettungsdienst) vorgestellt und ihre Rolle in Bezug auf die GK und den NAP thematisiert. Anschließend werden mittels verkürzter Design Sprints mögliche Gelingensbedingungen für die jeweilige Profession sowie mit Blick auf die interprofessionelle Zusammenarbeit herausgearbeitet. Im Fokus stehen die Verankerung professioneller Gesundheitskompetenz in Curricula, in Leitbildern und dem Qualitätsmanagement oder auch die Rolle von Leitung und Teamkultur.

Im Rahmen der Sprints analysieren die Teilnehmenden in Kleingruppen Curricula der GB sowie Praxisbeispiele, um zu verstehen, inwieweit Empfehlungen des NAP bereits verankert und umgesetzt sind. Darauf aufbauend identifizieren sie zentrale Lücken sowie Entwicklungspotentiale und formulieren relevante Problemstellungen. Anschließend entwickeln die Teilnehmenden Ideen, wie die Beratungs- und Edukationsfunktion der GB im Sinne des NAP gestärkt werden kann, und konkretisieren diese in umsetzbaren Lösungsansätzen, etwa für Curricula oder praxisnahe Formate, die abschließend im Hinblick auf ihre Wirkung reflektiert werden.

Zielgruppe

Eingeladen zur Pre-Conference sind alle an Gesundheitskompetenz interessierten Menschen, unabhängig von ihrer Mitgliedschaft im DNGK oder DNVF.

Anmeldung

Die Anmeldung zur Pre-Conference ist auch ohne Anmeldung zum Hauptkongress möglich – aber nicht ganz leicht zu finden! Sie erfolgt über das Anmeldeportal zum DKVF und da kann man – erst recht spät im Anmeldeprozess – dann wählen, zu was man sich anmeldet.
>> Zur Anmeldung bzw. Registrierung
>> Leitfaden zur Anmeldung bzw. Registrierung

Programm DKVF

Sessions zur Gesundheitskompetenz im Programm des DKVF vom 23. bis 25. September 2026

>> Zum Programm

English

The DNGK will once again be hosting an annual conference in 2026. It will take place in Cologne in cooperation with the German Network for Health Services Research (DNVF) as a pre-conference to the 25th Congress on Health Services Research DKVF (23–25 September 2026). The DNGK will be featured in the following activities:

DNGK Annual Conference on 22 September 2026: The DNGK Annual Conference 2026 will take place as part of the pre-conference to the DKVF, together with the DNVF’s Working Group on Health Literacy (AGGK), on 22 September 2026. The pre-conference will focus on the DNGK’s current review of the 10-year National Action Plan on Health Literacy. The pre-conference is open to anyone interested in health literacy, regardless of whether they are members of the DNGK or DNVF. Get-Together afterwards.

>> Preliminary Programme – Version: 7. July 2026

>> Abstracts – Version: 14. July 2026

3. Jahrestagung 2025

Rückblick

3. Jahrestagung „Evidenz & Gesundheitskompetenz“ war ein großer Erfolg
Die 3. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz (DNGK) in Kooperation mit der HELICAP war ausgebucht. Am 5. und 6. Juni trafen sich 140 internationale Fachleute in der Robert Bosch Stiftung in Berlin, um sich über aktuelle Erkenntnisse rund um Evidenz und Gesundheitskompetenz auszutauschen.

Das Programm war vielfältig: Sieben Vortragssessions, sieben Symposien und sieben Workshops versprachen zwei intensive Tage. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Alexander Schmidt-Gernig (Bundesministerium für Gesundheit), der sich zudem an einer Podiumsdiskussion sowie einem Symposium des SFB „Treatment Expectations“ beteiligte.

Ein besonderes Highlight der Tagung waren die drei Plenarvorträge renommierter Expert:innen:

  • Kristine Sørensen: Health literacy – a human rights concern!
  • Richard Osborne: Requirements for evidence-based Health Literacy Development at the individual, practitioner, organisational, and country levels: evidence from 15 years of global impact
  • Robert Boyle: How Credible is the Scientific Evidence for Allergy Prevention?

Im Fokus der Tagung standen Fragen wie: Wie lässt sich Gesundheitskompetenz belastbar erfassen und fördern? Und wie kann wissenschaftliche Evidenz sinnvoll in die Praxis übertragen werden?

Keynote Lectures

Dr. Robert Boyle

Consultant paediatric allergist

Keynote | Donnerstag, 5. Juni 2025

Dr Boyle is a fully accredited children’s allergy specialist in London, who is able to help children and adolescents affected by allergy problems. His NHS base at St. Mary’s Hospital is one of the country’s largest allergy clinics for children and young people.

He is an expert in diagnosing and treating allergy in children, including food allergy, eczema, hayfever, and asthma. Dr Boyle has an active research programme at Imperial College, London and is able to access state of the art allergy tests and allergy treatments for his patients if they are needed.
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Prof. Richard Osborne

NHMRC Investigator Fellow (L3) and Distinguished Professor, Health Sciences

Prof. Richard Osborne

Keynote | Donnerstag, 5. Juni 2025

Richard Osborne is Distinguished Professor of Health Sciences and Director, Centre for Global Health and Equity. He holds a prestigious NHMRC Principal Research Fellowship (2019-23), is an adviser to the World Health Organization (WHO), and is a Clarivate Highly Cited Researcher (2021 and 2018 top 1% most influential researcher globally). He holds Honorary Professor positions at the University of Copenhagen, Denmark, NOVA University of Lisbon, Portugal. He has published over 300 peer-reviewed papers and has been cited over 50,000 times. He has been awarded over $30m in competitive funding.

Professor Osborne and his team have an exceptional track record in building new methods and tools that are implemented globally to serve Public Health, Healthcare, Digital Health and Policy sectors. These outputs include measurement tools (e.g., HLQ, eHLQ, heiQ, MAPT, CHAT) that enable improvements in health and community services to reduce health inequalities.
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Kristine Sørensen, PhD

President of International Health Literacy Association and Chair of Health Literacy Europe

Kristine Sørensen, PhD

Keynote | Donnerstag, 5. Juni 2025

Kristine Sørensen, PhD is an award-winning, global expert and trusted advisor on health literacy. She is the founder of the Global Health Literacy Academy, president of the International Health Literacy Association, and executive chair of Health Literacy Europe. She is a Supertrends expert and member of European Health Futures Forum. Her educational background is in medicine, public health and global health diplomacy.

She works with international organizations, governments, academia, industry and civic society to improve health literacy for all. Among others the World Health Organization, Council of Europe, and McKinsey.
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Tagungsband

>> Zum Tagungsband

Bildergalerie

2. Jahrestagung 2024

Die 2. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz e.V. (DNGK) fand am 6. und 7. Juni 2024 an der Hochschule Fulda statt. Das Motto lautet: Gesundheitskompetenz – mehr als Gesundheitswissen!

Einrichtungen, mit denen Bürger:innen oder Patient:innen im Zusammenhang mit Gesundheitsfragen und -entscheidungen in Kontakt kommen, haben eine besondere Verantwortung. Ihre Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Menschen ermöglichen, Informationen und Dienstleistungen zu finden und zu nutzen sowie informierte Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Wie gut gelingt das in der Gesundheitsversorgung, in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen oder in Kommunen?

Diesen Fragen ging die 2. Jahrestagung des DNGK am 6. und 7. Juni 2024 an der Hochschule Fulda (Fulda Transfer) – in Kooperation mit dem Public Health Zentrum Fulda (PHZF), dem Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz und der Allianz für Gesundheitskompetenz in der Schule – nach.

Keynote Lectures

Dr. Christina Dietscher

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), zweite stv. Vorsitzende des Kuratoriums, nominiert vom BMSGPK

 

 

 

 

 

1. Keynote | Donnerstag, 6. Juni 2024
„Gesundheitskompetenz in Organisationen und auf Systemebene fördern Ansätze, Instrumente, Erfahrungen“

Christina Dietscher studierte in Wien Soziologie und Japanologie. Sie arbeitete mehr als zwanzig Jahre am Wiener WHO-Kooperationszentrum für Gesundheitsförderung in Krankenhaus und Gesundheitswesen, wo sie unter anderem zu organisationaler Gesundheitskompetenz forschte und das Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen mit entwickelte. 2015 wechselte sie ins österreichische Gesundheitsministerium, wo sie die Abteilung für Nicht Übertragbare Krankheiten, Psychische Gesundheit und Altersmedizin leitet. Sie ist Vorsitzende der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz und Policy Co-Chair des WHO Action Network zur Gesundheitskompetenz-Messung M-POHL.
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Dr. Saskia De Gani

Leitung Zentrum für Gesundheitskompetenz Careum Zentrale

Dr. Saskia De Gani

2. Keynote | Donnerstag, 6. Juni 2024
„Herausforderungen und Chancen der organisationalen Gesundheitskompetenz in der Schweiz: vom gemeinsamen Konzeptverständnis zur Implementierung“

Saskia De Gani studierte Bewegungswissenschaften und Sport an der ETH Zürich und promovierte in integrativer Humanphysiologie an der Universität Zürich. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Gesundheitswissenschaften und Public Health. Ihr besonderes Interesse und ihre umfassende Expertise gilt der Gesundheitskompetenz von Erhebungen und Monitoring der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung und in Gesundheitsfachpersonen über zu deren Förderung und Implementierung in Gesundheitsorganisationen und -systemen. Seit September 2020 leitet sie das Zentrum für Gesundheitskompetenz der Careum Stiftung und seit April 2022 auch den Forschungsschwerpunkt Gesundheitskompetenz an der Kalaidos Fachhochschule (Departement Gesundheit). Die Leitung dieses Kompetenzzentrums umfasst nicht nur die Forschung auf verschiedenen Ebenen (Bevölkerung, Fachpersonen, Organisationen, Systeme), sondern vor allem auch den Transfer der Erkenntnisse in die Praxis und Politik. In dieser Funktion war sie verantwortlich für den Schweizer Health Literacy Survey 2019-2021 und ist in regionalen, nationalen sowie internationalen Netzwerken und Arbeitsgruppen aktiv.
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Übergabe des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz

Feierliche Übergabe des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz an das Deutsche Netzwerk Gesundheitskompetenz (DNGK) während der zweiten Jahrestagung zur Gesundheitskompetenz in Fulda!

1. Jahrestagung 2023

Die 1. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz e.V. (DNGK), gemeinsam veranstaltet mit der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP e.V., deren 58. Jahrestagung) und dem Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz, fand vom 30. August bis 01. September 2023 in Hannover statt. Das Motto lautete: „Gesundheitskompetenz in Krisenzeiten„.

DNGK-Vorstand auf der Jahrestagung 2023

Abstract-Band

Wer die Tagung verpasst hat, kann im Abstract-Band nachlesen, welche Themen in Vorträgen und Postern vorgestellt wurden.

  • Abstract-Band der Tagung „Gesundheitskompetenz in Krisenzeiten“. Gesundheitswesen 2023; 85(08/09).
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Rückblick der DGSMP

Unter dem Motto „Gesundheitskompetenz in Krisenzeiten“ kamen Forschende, Praktizierende und Interessierte aus den Bereichen Sozialmedizin, Public Health und weiteren Disziplinen in Hannover zusammen, um den fachlichen Austausch zu suchen und gemeinsam neue Denk- und Handlungsimpulse rund um die Gesundheitskompetenz, ihre Fragilität und Stärke in Zeiten von Pandemie, Krieg in Europa & Klimakrise anzustoßen. Im Rahmen der Tagung wurden folgende Preise für herausragende Forschungstätigkeiten im Bereich der Sozialmedizin und Prävention vergeben: die Masterpreise wurden Karin Geffert (London), Lara Luisa Wolff (Potsdam) und Sophie Nestler (Magdeburg) verliehen, der Dissertationspreis ging an Miriam Blümel (Berlin) und Prof. Dr. Marie-Luise Dierks (Hannover) erhielt die Salomon-Neumann-Medaille.
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Rückblick des NAP

An der Tagung nahmen 550 Fachleute aus allen wissenschaftlichen Disziplinen und einem breiten Spektrum an Praxiseinrichtungen teil. Gerahmt wurde die Tagung durch drei Keynotes im Plenum: Stephan Lessenich warf zu Beginn einen soziologischen Blick auf das Kongressthema „Gesundheitskompetenz in Krisenzeiten“. In einer zweiten Keynote wies Ilona Kickbusch auf die politische Dimension von Gesundheitskompetenz hin. Doris Schaeffer zog in einer abschließenden Keynote eine Zwischenbilanz der Forschung zur Gesundheitskompetenz in Deutschland. Danach hat die wissenschaftliche Arbeit nach einem im internationalen Vergleich späten Anfang eine sehr dynamische Entwicklung genommen. Für die Weiterentwicklung und Absicherung der Gesundheitskompetenzforschung bedarf es aber klarer politischer Unterstützung, die durch die Covid 19 Pandemie ausgebremst wurde. 
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Tagungspräsidentinnen

Prof. Dr. med. Eva Maria Bitzer
Pädagogische Hochschule Freiburg

Prof. Dr. phil. Ulla Walter
Medizinische Hochschule Hannover

Letzte Überarbeitung: 23.07.2026