OGK – Organisationale Gesundheitskompetenz

“OGK – Organisationale Gesundheitskompetenz” zu Gesundheit und Krankheit heißt die Infoseite des Fachbereichs Organisationale Gesundheitskompetenz des DNGK.

Wir stellen hier unsere Anliegen, Ziele und Projekte vor.

Aktuelles

Zusammenfassung des Webseminars “Organisationale Gesundheitskompetenz in der Gesundheitsversorgung: Aktuelle Anwendungsfelder, Praxis- und Methodenreflexion”

Mit über 80 Teilnehmer*innen wurde am 3. März 2022 das Webseminar zur Organisationalen Gesundheitskompetenz in der Versorgung durchgeführt. Im Fokus stand die Präsentation von aktuell laufenden Projekten zur organisationalen Gesundheitskompetenz in Deutschland. Dabei wurden aktuelle Anwendungsfelder, Herausforderungen und Bedarfe für die Umsetzung in der Gesundheitsversorgung präsentiert und diskutiert.

Dr. Inga Münch und Prof. Dr. Katharina Rathmann eröffnen die Veranstaltung mit einem Einstieg in das Thema. Sie zeigten auf, warum die Beachtung der organisationalen Gesundheitskompetenz wichtig ist und welche konzeptionellen Anpassungen es im Zeitverlauf bereits gegeben hat.

Eingeladen waren vier Beitragende, die von ihren Projekten im Feld der organisationalen Gesundheitskompetenz in der Gesundheitsversorgung berichteten:

In allen Beiträgen wurden folgende Leitfragen adressiert:

  • Was war der Anlass/Bedarf für das Projekt (Setting/Lebenswelt, Akteure, methodische Umsetzung)?
  • Welche Relevanz und Bedarfe werden im jeweiligen Versorgungsbereich und der dortigen Akteure für die Umsetzung von OGK deutlich?
  • Welche Instrumente kommen im Projekt zum Einsatz und welche Erfahrungen wurden damit in der Praxis gemacht?
  • Welche (methodischen) Besonderheiten beim Feldzugang, Rekrutierung der Zielgruppe, bei Implementierung von Maßnahmen, etc. lassen sich berichten?
  • Welche Bedarfe bestehen für die Zukunft (mit Blick auf den jeweiligen Versorgungsbereich und deren Zielgruppen)?

Im Nachgang zu den Präsentationen gab es Raum für Rückfragen und eine gemeinsame Diskussion mit den Teilnehmenden im Plenum. Eine lebendige Diskussion rundete die Veranstaltung ab und zeigte die Aktualität und Relevanz des Themas auf. Die Diskussion mit den Teilnehmer*innen machte deutlich, dass insbesondere gesetzliche Krankenversicherungen und Selbsthilfevereinigungen sinnvolle Akteure im Gesundheitswesen sind, um das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz anzuwenden. Denn sie können Versicherten und Mitgliedern nicht nur in akuten Versorgungssituationen unterstützen, sondern bereits auf der Ebene der Prävention und Gesundheitsförderung wirken.

Ein besonderes Augenmerk des Webinars lag auf dem Standard der „Kommunikation“ und „Schulung von Fachpersonal im Bereich der Gesundheitskompetenz“. Beide Standards stellen zentrale Handlungs- und Anwendungsfelder zur Stärkung der GK in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung dar.

Um das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz in Einrichtungen vollständig zu implementieren, ist es hilfreich, die Maßnahmen auf allen Ebenen und in die Prozesse und Strukturen einer Einrichtung im Sinne der Organisationsentwicklung einzubinden. Ein erster Schritt ist gemacht, wenn die Organisationen das Thema Gesundheitskompetenz in ihre Einrichtungskultur aufnehmen und sich dies auch im Leitbild und in der Mission widerspiegelt. Auch sind Kommunikationstechniken, Schulungen von Mitarbeitenden oder die partizipative Gestaltung und Testung von Materialien hilfreich. Dazu brauche es vor allem Zeit sowie das Engagement zur Mitgestaltung in den Einrichtungen.

Freundliche Grüße
Ihre Katharina Rathmann und Inga Münch
(Vorsitzende des FB OGK im DNGK)


Der Fachbereich „Organisationale Gesundheitskompetenz“ hat eine Serie an (Gast-) Beiträgen aus aktuell laufenden und abgeschlossenen Projekten im Bereich der Organisationalen Gesundheitskompetenz gestartet. Den Auftakt hat im Mai 2021 Herr Dr. Jürgen Soffried zur „Gesundheitskompetenten Sozialversicherung“ aus Graz/Österreich gemacht und Einblicke in die Umsetzung des Projekts gegeben. Dabei betonte er die Bedeutung eines/einer sog. „Change Agents“ in Organisationen, um das Thema der Organisationalen Gesundheitskompetenz zu adressieren. Weitere (Gast-) Beiträge aus dem deutschsprachigen Raum werden in der nächsten Monaten folgen.

Kurzbeschreibung

Das DNGK hat 2019 in seinen Positionspapier “Mehr Organisationale Gesundheitskompetenz in die Gesundheitsversorgung bringen darauf hingewiesen, dass sowohl individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften als auch ge­sell­schaftliche Strukturen und organisationale Bedingungen Gesundheitskompetenz er­möglichten. Gesundheitskompetenz sei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.

Vor diesem Hintergrund will das Netzwerk Projekte zur Förderung der Organisationalen Gesundheitskompetenz entwickeln und begleiten.

Zu diesem Zweck richtete der DNGK-Vorstand einen Fachbereich Organisationale Gesundheitskompetenz (OGK) ein. Zu dessen Vorsitzenden wurden im März 2021 gewählt:  Prof. Dr. Katharina Rathmann (Vorsitzende) und Dr. Inga Münch (stellv. Vorsitzende). Als Aufgabe für den FB haben sich die neu gewählten Vorsitzenden vorgenommen, die Landschaft der Projekte zur Organisationalen Gesundheitskompetenz gemeinsam mit den Mitgliedern näher zu beleuchten.

Projekte

Sprecherinnen der AG

Katharina Rathmann
Katharina Rathmann
Vorsitzende der AG
katharina.rathmann [at] pg.hs-fulda.de

 

 

Inga Münch
Inga Münch
Stellv. Vorsitzende der AG
inga.muench [at] bertelsmann-stiftung.de

 


Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 21.03.2022

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thinking

Autor:  DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 15.12.2021

Organisationale Gesundheitskompetenz, Positionspapier 2019

Das DNGK hat am 15. November 2019 ein Positionspapier zur Organisationalen Gesundheitskompetenz vorgelegt.

Die Stellungnahme “Mehr Organisationale Gesundheitskompetenz in die Gesundheitsversorgung bringen” fordert eine neue Sicht auf die  Gesundheitskompetenz in unserer Gesellschaft und damit eine neue Definition:

Gesundheitskompetenz ist der Grad, zu dem Individuen durch das Bildungs-, Sozial und / oder Gesundheitssystem in die Lage versetzt werden, die für angemessene gesundheitsbezogene Entscheidungen relevanten Gesundheitsinformationen zu finden, zu verarbeiten und zu verstehen.

Dies macht deutlich, dass

    • sowohl individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften als auch gesellschaftliche Strukturen und organisationale Bedingungen am Entstehen von Gesundheitskompetenz beteiligt sind und
    • das Ziel von Aktivitäten zur Förderung von Gesundheitskompetenz darin besteht, allen Menschen individuell angemessene gesundheitsbezogene Entscheidungen und Handlungen zu ermöglichen.

Gesundheitskompetenz zu erreichen, liegt nach Vorstellung des DNGK nicht allein in der Verantwortung des oder der Einzelnen, sondern muss auch als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden.

Gerade Einrichtungen, die Gesundheitsversorgung gestalten, kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Ihre Aufgabe ist es, allen Klient*innen entsprechend ihrer Bedürfnisse gute Gesundheitsentscheidungen zu ermöglichen, sie zu unterstützen und entsprechende Rahmbedingungen zu schaffen.

Das Positionspapier mündet in Acht Thesen zur organisationalen Gesundheitskompetenz:

  1. Gesundheitskompetenz ist eine individuelle Kompetenz, es braucht aber zwingend fördernde Strukturen in Politik und Gesellschaft, insbesondere in Einrichtungen des Gesundheitswesens, damit Individuen diese Kompetenz entwickeln und durchsetzen können.
  2. Wenn individuelle kognitive oder sprachliche Fähigkeiten bei Menschen eingeschränkt sind, obliegt es in besonderem Maße den betreuenden Gesundheitsorganisationen und deren Mitarbeiter*innen, den Betroffenen individuell angemessene Entscheidungen zu ermöglichen.
  3. Gesundheitskompetenz ist keine statische Größe, über die ein Mensch immer im selben Maße verfügt. Vielmehr verändert sie sich abhängig von individuell erlebten Situationen, Maßnahmen und Erkrankungen oder Krankheitsstadien. Darauf müssen gesundheitskompetente Organisationen reagieren.
  4. Die Förderung von Gesundheitskompetenz kann dazu führen, dass Individuen sich bewusst gegen Interventionen entscheiden, die von Expert*innen als wirksam und empfehlenswert angesehen werden. Gesundheitskompetente Organisationen unterstützen die Autonomie der Patient*innen und erkennen an, dass diese Expert*innen für ihr eigenes Wohl sind.
  5. Organisationale Gesundheitskompetenz ist zuerst eine Frage der Haltung der in ihnen Arbeitenden und dann eine Frage angemessener, definierter Prozesse.
  6. Einrichtungen der Gesundheitsversorgung brauchen Rahmenbedingungen, die ihre Anstrengungen für ein bürger- oder patientenzentriertes, die Gesundheitskompetenz förderndes Handeln unterstützen und dies nicht durch falsche Anreize („Ökonomisierung“) konterkarieren.
  7. Die ideelle und finanzielle Förderung organisationaler Gesundheitskompetenz ist eine gemeinschaftliche Verpflichtung und Aufgabe aller Akteure der Gesundheitsversorgung. Sie bedarf geeigneter, breit akzeptierter Instrumente, auf die alle Akteure sich verständigen können.
  8. Das Konzept der „Organisationalen Gesundheitskompetenz“ bedeutet einen Perspektivwechsel: Nicht der einzelne braucht Fähigkeiten, um ein komplexes Gesundheitssystem zu durchdringen, sondern das System muss Strategien bereitstellen, um der Komplexität der Menschen gerecht zu werden.

Das Positionspapier ist Resultat einer Mitgliederkonsultation.

Erste Eckpunkte wurden auf dem 1. Kölner Workshop des DNGK im September vorgestellt und diskutiert. Die auf dieser Grundlage erarbeitete erste Vorstandsfassung wurde den Mitgliedern des Netzwerks zur Kommentierung zugeleitet. Auf diese Weise konnten die Autorinnen, Corinna Schaefer, Eva Maria Bitzer und Marie-Luise Dierks mehr als 90 rückgemeldete Kommentare und Anregungen für die Erarbeitung der endgültigen Fassung berücksichtigen.

An der Kommentierung des Positionspapiers waren u.a. folgende Mitglieder des Netzwerks beteiligt, die ihre Zusage zur persönlichen Nennung erteilt haben: Torsten Bollweg, Ansgar Jonietz, Saskia Jünger, David Klemperer, Günter Ollenschläger, Doris SchaefferStephanie Stock, Simone Widhalm.

Der Vorstand des DNGK verabschiedete das Dokument am 15. November einstimmig als Positionspapier des Netzwerks.

Das Positionspapier

Die Dokumentation des Konsultationsverfahrens finden Sie hier.


Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 18.07.2021

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