Umgang mit Interessenkonflikten

Die DNGK-Satzung sieht im § 10 (6) vor: Die Mitgliederversammlung stellt Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten für die Vorstandsmitglieder auf. Zur Vorbereitung eines entsprechenden Beschlusses wird der nachstehende Vorschlag der des DNGK Vorstand vom 12. Juli 2019 vorgelegt.

Regeln des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz e.V. zum Umgang mit Interessenkonflikten von Vorstandsmitgliedern

Interessenkonflikte sind definiert als Gegebenheiten, die ein Risiko dafür schaffen, dass professionelles Urteilsvermögen oder Handeln, welches sich auf ein primäres Interesse bezieht, durch ein sekundäres Interesse unangemessen beeinflusst wird. Interessenkonflikte sind nicht per se negativ zu bewerten.
Sie manifestieren sich durch das Nebeneinander von primären Interessen (z.B. bei Autoren von Verlautbarungen des Netzwerks die Formulierung von Empfehlungen zu Themen aus dem eigenen Arbeitsgebiet) und sekundären Interessen (z.B. direkte und indirekte finanzielle, akademische, klinische, persönliche), deren Ausprägungsgrade und Bedeutungen variieren können. Interessenkonflikte sind somit oft unvermeidbar, aber nicht zwangsläufig problematisch im Hinblick auf eine Beeinflussung der Leitlinieninhalte. Entscheidend für die Legitimation und Glaubwürdigkeit von Aussagen und Entscheidungen der gewählten Vertreter des Netzwerks in der Wahrnehmung durch Öffentlichkeit und Politik sind nach internationaler Auffassung Transparenz und der faire, vernünftige Umgang mit Interessenkonflikten (siehe Positionspapier des Guidelines International Network).

Die Erklärung von Interessen und die Darlegung des Umgangs mit Interessenkonflikten dienen dem Schaffen von Vertrauen und dem Schutz vor Spekulationen über Befangenheiten, die unter Umständen langwierige Klärungsprozesse nach sich ziehen können. Die Satzung des DNGK verpflichtet die Vorstandsmitglieder zur Transparenz von Interessenkonflikten und zur schriftlichen Erklärung zu ihren Interessen in regelmäßigen Abständen. Diese Erklärungen werden in geeigneter Form veröffentlicht (§ 10 der Satzung des DNGK in der Fassung vom 5. März 2019).

Dabei gelten folgende Grundsätze

    1. Alle Vorstandmitglieder sind gehalten, ihre Interessen schriftlich mit Hilfe eines Formblattes zu erklären (Link zum Formblatt), das direkte, finanzielle und indirekte Interessen umfasst.
    2. Die Erklärungen sind durch Dritte zu bewerten. Dazu sind Verantwortliche zu wählen(„Interessenkonfliktbeauftragte“), die aus dem Kreis der DNGK-Mitglieder bestellt werden können. Alternativ kann die Bewertung im Rahmen einer Diskussion in der Vorstandsrunde – ergänzt durch die beiden Kassenprüfer/innen (nach § 9 der Satzung) –  erfolgen.
    3. Zur Bewertung der Erklärungen von Interessen erfolgen
      • die Einschätzung, ob Interessenkonflikte vorliegen,
      • die Einschätzung der Relevanz von Interessenkonflikte auf einer Skala von 1 bis 3 (gering/moderat/hoch) unter Berücksichtigung von Kriterien zur Feststellung der Ausprägung der Interessen und des Ausmaßes des daraus eventuell resultierenden Konflikts.
    1. Der Umgang mit Interessenkonflikten sollte nach folgenden Prinzipien erfolgen
      • Koordinatoren und Autoren von DNGK-Empfehlungen und –Stellungnahmen sollten keine thematisch relevanten Interessenkonflikte aufweisen.
      • Mitwirkende mit hohen Interessenkonflikten sollten nicht an Beratungen zu Empfehlungen / Stellungnahmen des Netzwerks teilnehmen. Ihr Wissen kann in Form von schriftlichen Stellungnahmen eingeholt werden.
      • Für die Publikationen sind international empfohlene Standards für Inhalt, Format und Vorgehensweisen bezüglich finanzieller Interessenkonflikte in Verbindung mit der Industrie Die Offenlegung von Interessenkonflikten sollte in allen Publikationen des Netzwerks bindend sein.
      • Bei öffentlichen Veranstaltungen des DNGK sind die Vorstandsmitglieder gehalten, eine etwaige finanzielle oder geldwertige Unterstützung gegenüber den Teilnehmenden transparent zu machen. Ein Sponsor darf weder direkt noch indirekt (z. B. über den Veranstalter oder wissenschaftlichen Leiter) die fachliche Programmgestaltung, die Referentenauswahl oder die Veranstaltungsinhalte beeinflussen. Einladungen, Programme und Schulungsmaterialien dürfen keine sonstigen Elemente von Firmen- und/oder Produktwerbung aufweisen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sponsors dürfen grundsätzlich nicht als Referentinnen/Referenten, Kursleiterinnen / Kursleiter oder Autorinnen/Autoren mitwirken.
      • Für online-gestützte Informationen des DNGK gilt, dass die Vorstandsmitglieder dafür verantwortlich sind, dass Werbung für kommerzielle Angebote und Produkte nicht platziert werden.

Quellen:

 

  • Autoren: Vorstand DNGK
  • Letzte Überarbeitung:  12. 07. 2019