G-BA: Verständliche Patientenbriefe gehören in Regelversorgung

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Köln, 27.01.2022

G-BA: Verständliche Patientenbriefe gehören in Regelversorgung

Große Freude bei „Was hab‘ ich?“: Die gemeinnützige Firma um Mitgründer und Geschäftsführer Ansgar Jonietz hat mit ihrem Projekt „PASTA – Patientenbriefe nach stationären Aufenthalten“ höchste Anerkennung bekommen. Das vom G-BA mit 870.000 Euro für dreieinhalb Jahre geförderte Innovationsfondsprojekt konnte in der Förderphase nachweisen, dass es die Gesundheitskompetenz vor allem von Älteren und chronisch Kranken signifikant verbessert. Kern des Projekts ist eine automatische Übersetzung der oft schwer verdaulichen Patientenbriefe in verständliche Sprache.

Die PASTA hat offenbar gemundet: Den G-BA haben die Ergebnisse der Evaluation so überzeugt, dass er nun empfahl, sie flächendeckend in die Regelversorgung einzuführen. „Die zuständigen Institutionen werden von uns direkt kontaktiert“, sagt Joseph Hecken, Vorsitzender des Innovationsausschusses. Ziel sei es, automatisiert erstellte, laienverständliche Patientenbriefe im Entlassmanagement zu etablieren. Auch sollen die Qualitätsmanagement-Richtlinien eventuell entsprechend weiterentwickelt werden.

Mit der PASTA-Software können Kliniken weiter ihre für Laien kryptischen Entlassungsbriefe schreiben, und trotzdem ihre Patientinnen und Patienten verständlich informieren. Möglich wurde das, weil die üblichen Inhalte der Briefe in viele Personenjahren ärztlicher Zeit Baustein für Baustein übersetzt und so abgespeichert wurden, dass die Software die strukturierten Daten aus dem Krankenhausinformationssystem automatisch in einen verständlichen Text überführen kann.

Die G-BA-Empfehlung ist nicht die erste, aber die bislang wohl höchste Auszeichnung für das Projekt – und zudem ein Paradebeispiel dafür, wie Gesundheitskompetenz ganz praktisch und mit geringem Aufwand verbessert werden kann. Die Auszeichnung belegt auch, wie gut das Deutsche Netzwerk Gesundheitskompetenz tatsächlich vernetzt ist und wie unmittelbar es Gesundheitskompetenz fördert. Denn Ansgar Jonietz ist als Vorstandsmitglied, Kassenwart und Mitglied in der Redaktion sowie in der AG Barrierefreie Gesundheitskommunikation einer der besonders Aktiven im DNGK.

„Die G-BA-Empfehlung ist eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit“, sagt Jonietz. „Wir sind sehr motiviert, die Patientenbriefe weiter zu etablieren“. Bislang kommen sie im Herzentrum Dresden sowie im Portal der Helios Kliniken zum Einsatz. Das DNGK unterstützt dieses Leuchtturmprojekt weiter nach Kräften und ruft Kliniken dazu auf, mit den verständlichen Patientenbriefen die Autonomie und Kompetenz der Patientinnen und Patienten zu fördern.

Dr. Christian Weymayr
Pressesprecher DNGK
Kontakt: presse@dngk.de | 01577 6811061

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