Mehr Organisationale Gesundheitskompetenz in die Gesundheitsversorgung bringen (DNGK-Stellungnahme)

Gesundheitskompetenz: eine gemeinsame Aufgabe

Das Deutsche Netzwerk Gesundheitskompetenz (DNGK) legt seine Stellungnahme “Mehr Organisationale Gesundheitskompetenz in die Gesundheitsversorgung bringen” vor. Es fordert darin Engagement für Gesundheitskompetenz in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Dazu zählen Praxen und Krankenhäuser ebenso wie Krankenkassen oder andere Beratungs- und Informationsdienstleister. Sie alle sind gefragt, wenn es darum geht, Verantwortung für mehr Gesundheitskompetenz und bessere Patientenentscheidungen zu übernehmen.

Gesundheitskompetenz – die Aufgabe von Einrichtungen des Gesundheitswesens

Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, einzuschätzen und anzuwenden. Organisationen im Gesundheitswesen müssen sich stärker darauf einstellen, dass Menschen sehr unterschiedliche Voraussetzungen für eine so verstandene Gesundheitskompetenz mitbringen. Sie brauchen eine jeweils individuell angepasste Ansprache und Informationsvermittlung. Einrichtungen müssen Strukturen schaffen, um all diesen unterschiedlichen Menschen jeweils entsprechend ihren Bedürfnissen gute Gesundheitsentscheidungen zu ermöglichen. Das nennt man „organisationale Gesundheitskompetenz“.

Das bedeutet aber auch: Die Einrichtungen der Gesundheitsversorgung brauchen Rahmenbedingungen, die ihre Anstrengungen für bürger- oder patientenzentriertes Handeln fördern und dies nicht durch falsche Anreize („Ökonomisierung“) konterkarieren. Davon ist das deutsche Gesundheitssystem weit entfernt.

Acht Thesen und Forderungen zur Förderung der organisationalen Gesundheitskompetenz

Das Positionspapier mündet in acht Thesen und leitet daraus Handlungs- und Forschungsbedarf ab. Damit will das DNGK Öffentlichkeit und Fachwelt für diese wichtige Aufgabe von Einrichtungen im Gesundheitswesen sensibilisieren. Denn Gesundheitskompetenz greift zu kurz, wenn die Verantwortung dafür nur den Patient*innen und Bürger*innen aufgebürdet wird.

Gemeinsam mit den Mitgliedern erarbeitet

Erste Eckpunkte für ein Positionspapier hatte der Vorstand des DNGK auf dem 1. Kölner Workshop des Netzwerks im September vorgestellt und mit den Mitgliedern diskutiert. Die auf dieser Grundlage erarbeitete erste Vorstandsfassung erhielten alle Mitglieder zum Kommentieren. Auf diese Weise konnten die Autorinnen, Corinna Schaefer, Eva Maria Bitzer und Marie-Luise Dierks mehr als 90 rückgemeldete Kommentare und Anregungen für die Erarbeitung der endgültigen Fassung berücksichtigen.

Der Vorstand des DNGK hat das Dokument am 15. November einstimmig als Positionspapier des Netzwerks verabschiedet. Es steht auf den Internetseiten des DNGK kostenlos zur Verfügung, zusammen mit einer Dokumentation der eingegangenen Kommentare und deren Würdigung.

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