ChEG Promotionsprogramm MHH

Ein Jahr ChEG: Ein Promotionsprogramm unter Corona-Bedingungen

Vor einem Jahr starteten die ChEG-Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie assoziierte Teilnehmende in das Programm der Medizinischen Hochschule Hannover, gefördert durch die Robert Bosch Stiftung. In diesem Artikel berichten die Teilnehmenden über das Programm, die Hintergründe sowie die Erfahrungen und Erfolge aus dem ersten Jahr.

1:0 für die Pandemie – kein Start aus der Pole-Position

Zum Start des Promotionsprogramms am 6. April 2020 blieb der Hörsaal der Medizinischen Hochschule Hannover leider leer. Seinerzeit konnte sich wohl keine bzw. keiner der Beteiligten vorstellen, dass wir auch ein Jahr später noch den UniMax gegen die Videokonferenz oder den Campus gegen den heimischen Küchentisch austauschen müssen.

Obgleich der Start des Programms zwischen anbahnender Pandemie und Lockdown unter ungünstigen Bedingungen stattfand: Die Corona-Pandemie zeigt uns mehr denn je, wie relevant Gesundheitskompetenz ist und verdeutlicht uns zugleich, wie bedeutend, vielseitig und herausfordernd gesundheitskompetenzbezogene Fragestellungen sein können.

 

 

 

 

 

 

Zum Hintergrund: Der Nationale Aktionsplan und das ChEG-Programm

Dass weiterer Forschungsbedarf für das Thema Gesundheitskompetenz in Deutschland besteht, ist spätestens seit den Empfehlungen des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz Gegenstand der politischen und wissenschaftlichen Diskussion. Um weitere wertvolle Erkenntnisse zu verschiedenen Themen rund um Gesundheitskompetenz zu gewinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit dem Fokus auf Gesundheitskompetenz im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen zu qualifizieren, wurde auf Initiative von Prof. Dr. Marie-Luise Dierks und Dr. Gabriele Seidel das Promotionsprogramm “ChEG – Chronische Erkrankungen und Gesundheitskompetenz“ bei der Robert Bosch Stiftung erfolgreich beantragt.

Bei ChEG handelt es sich um ein interdisziplinäres Promotionsprogramm unter der Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover in Kooperation mit der Universität Bielefeld, der Pädagogischen Hochschule Freiburg, der Universität Hildesheim und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Ziel des Programms ist die wissenschaftliche Entwicklung von theoretischen Konzepten und empirischen Grundlagen im Bereich der Gesundheitskompetenz, bezogen auf Individuen, Versorgungseinrichtungen und das Gesundheitssystem.

Die Qualifikationsprojekte der Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie der assoziierten Mitglieder werden von einem Rahmenprogramm mit inner- und transdisziplinären Diskussionsforen sowie methodischen und inhaltsbezogenen Seminaren begleitet. Zu den Angeboten des ersten Jahres zählten Seminare zu Health Literacy, Patientenorientierung, Vertiefung qualitativer Methodik, zahlreiche Angebote im Bereich von Public Health, ein regelmäßiger Journal Club sowie eine Forschungswerkstatt.

Die Projekte

Mit zwei neuen Dissertationsprojekten und Stipendiatinnen geht das Promotionskolleg in das zweite Programmjahr. 15 ChEG-Teilnehmende bearbeiten vielfältige Forschungsfragen im Kontext des übergreifenden Forschungsprogramms. Hervorzuheben sind dabei die verschiedenen Fachrichtungen und nicht zuletzt fakultätsübergreifende Forschungsprojekte, die einen interdisziplinären Zugang zu den Fragestellungen ermöglichen.

Der Blick auf die Einordnung der Forschungsgegenstände verdeutlicht die Themenvielfalt des Programms und die Ausgewogenheit zwischen wissens- und handlungsorientierten Themen sowie individuellen und systemischen Perspektiven. Weitere Informationen zum Programm und den Details der einzelnen Promotionsprojekte finden sich auf der Website der MHH.

Weitere Aktivitäten des Programms

Parallel zum Rahmenprogramm des Curriculums sind viele Programmteilnehmende für den Austausch mit anderen Jungforschenden aktiv in der Nachwuchsgruppe des DNGK vertreten und an der Organisation von Veranstaltungen von und für Nachwuchsforschende beteiligt.

Fazit nach einem Jahr ChEG

Die Pandemie mag den Beginn des Programms vielleicht ausgebremst und die Rahmenbedingungen verändert haben. Das Kolleg hat sich hiervon aber nicht beeindrucken lassen und das erste Promotionsjahr zwischen der heimischen Kaffeemaschine, dem eigenen Schreibtisch und den Online-Rahmenprogramm effizient genutzt, um die theoretischen und methodischen Grundlagen im Kontext von Gesundheitskompetenz zu erarbeiten und den Grundstein für die Feldphase zu legen. In dieser Zeit haben wir viel Unterstützung durch unsere Betreuenden und Koordinatorinnen erhalten, an dieser Stelle danken wir ihnen dafür herzlich.  Schließlich ist es uns im letzten Jahr gelungen, neue (virtuelle) Formate zum Austausch und zur Zusammenarbeit zu schaffen und dadurch als Programm zusammenzuwachsen. Die Teilnehmenden freuen sich auf die weitere Arbeit, neue Herausforderungen, übergreifende Diskussionsplattformen und gemeinsame Lernerfahrungen.

Autor*innen: Jacqueline Posselt, Karin Drixler, Leonard Oppermann und Nicola Häberle

Letzte Überarbeitung: 26.05.2021