Erfahrungsberichte im Gesundheitswesen

“Erfahrungsberichte” im Gesundheitswesen heißt die Infoseite der AG Patientengeschichten des DNGK

Wir stellen hier unsere Anliegen, Ziele und Projekte vor.

Kurzbeschreibung

Erfahrungen von Patienten geben subjektives Erleben wieder und können für Ratsuchende eine Hilfe sein. Sie sind aber zugleich hochindividuell und je nach Art der Erhebung mit verschiedenen Risiken für die Nutzer verbunden. Während die Qualität evidenzbasierter Gesundheitsinformationen anhand von objektivierbaren Kriterien beurteilt werden kann, steht ein vergleichbares Regelwerk für Patientenerfahrungen derzeit noch nicht zur Verfügung.

Die AG Qualität von Krankheitserfahrungen / Patientengeschichten wurde vom Vorstand des DNGK eingerichtet mit dem Auftrag Transparenz- und Qualitätskriterien für Patientenerfahrungen verschiedener Formen und Zielmedien zu erarbeiten und zu konsentieren.

Im März 2020 hat sich eine Arbeitsgruppe zur Konsentierung von Qualitätskriterien für Patientengeschichten / Krankenerfahrungen konstituiert. Beteiligt sind – neben Mitglieder und Partnern des DNGK – wie NAKOS, Krebsinformationdienst, Share to Care, Takepart Media – das IQWIG (gesundheitsinformation.de), die Stiftung GesundheitswissenPatientengeschichten.Online, sowie DIPex Deutschland (krankheitserfahrungen.de) und DIPex Schweiz.

Mit der Arbeit wurde im April 2020 begonnen. Die wichtigsten Eckpunkte der Konsultationsfassung des Konsensuspapiers “Gute Praxis Patientengeschichten” werden im ersten Quartal 2022 vorgestellt.

Aktuelle Projekte

    • Zusammenfassung des Webseminars: “Vom Wildwuchs zur guten Praxis – Qualitätskriterien für Patientengeschichten

      Mit 16 Personen wurde am 26. April 2022 das Webseminar zu Erfahrungsberichten im Gesundheitswesen durchgeführt. Das Webseminar richtete sich vorrangig an Personen und Institutionen, die sich mit der Erhebung und Verbreitung von Erfahrungsberichten und Patientengeschichten beschäftigen. Es gab einen Einblick in die Arbeit der AG „Erfahrungsberichte im Gesundheitswesen“, definitorische Fragestellungen und Qualitätsmerkmale. Begleitet wurden die Ausführungen durch vertiefende Praxisbeispiele und interaktive Abfragen. Das angekündigte Positionspapier der AG soll ein erstes praktisches Hilfsmittel zur Erstellung und Verbreitung von Erfahrungsberichten und Patientengeschichten sein.

      Im Rahmen der Diskussionsrunden konnten Fragestellungen vertiefend erklärt und besprochen werden. Einen besonderen Fokus hatten zum Beispiel Fragen zur Repräsentativität der dargestellten Informationen in Erfahrungsberichten und dem Umgang mit der zugrundeliegenden Evidenz. In der Abschlussdiskussion wurde über weitere hilfreiche Mittel zur Verbesserung der Qualität von Erfahrungsberichten und Patientengeschichten gesprochen. Unter anderem wurden Checklisten für Ersteller, Best Practice-Beispiele, aber auch ein theoriebasierter Grundlagenpapier angeregt.
      >> zum vollständigen Bericht

    • DNGK-Seite Patientengeschichten: Definition, Quellen, Ausgewählte Erfahrungsberichte
    • Passwortgeschützter Arbeitsbereich für AG-Mitglieder

Sprecher*innen der AG

Markus seelig
Markus Seelig
Vorsitzender der AG
markus.seelig [at] stiftung-gesundheitswissen.de

 

 

Anne Brüning
Anne Brüning
1. Stellv. Vorsitzende der AG
bruening [at] takepart-media.de

 

 

Sylvia Sänger
Sylvia Sänger
2. Stellv. Vorsitzende der AG
sylvia.saenger [at] t-online.de

 

 


Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 18.06.2022

Webseminar Kommune macht gesundheitskompetent

DNGK-WebSeminar

Webseminar: “Kommune macht gesundheitskompetent: Teil 2 – Jetzt wird’s konkret”

15. Juni 2022 von 15:30 bis 17:30 Uhr

Ein niedrigschwelliger Zugang zu guten Gesundheitsinformationen ist wichtig, damit Menschen in allen Bereichen ihres täglichen Lebens fundierte Gesundheitsentscheidungen treffen können. Der Kommune kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu. Unter ihrem Dach leben die Menschen, nehmen gesundheitliche Versorgung, Bildungsangebote und Sozialleistungen wahr. Die kommunale Arbeit hat damit das große Potenzial, die gesundheitsrelevante Infrastruktur vor Ort nutzer*innenfreundlich zu gestalten und Menschen mit Unterstützungsangeboten zu erreichen.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung haben wir uns bereits mit dem Hintergrund und der Ausgangslage von Gesundheitskompetenz im kommunalen Kontext auseinandergesetzt. Im zweiten Teil soll es nun um konkrete Anregungen für die praktische Umsetzung gehen. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir auf bestehende Ansätze und Instrumente schauen und erste Erfahrungen diskutieren. Welche Praxistools gibt es bereits? Wie können Bedarfe ermittelt und regionale Prozesse initiiert werden? Und wie lassen sich zentrale Multiplikator*innen einbinden, um möglichst viele Menschen zu erreichen?

Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung mit Vertreter*innen aus der kommunalen Arbeit, aus Wissenschaft und Versorgung und allen Interessierten, die sich in ihrer Kommune für einen Zuwachs an Gesundheitskompetenz stark machen möchten.

Programm

15:30 Uhr

Eröffnung

15:35 Uhr

Gesundheitskompetenz in der Kommune verankern – Praxistools für die Arbeit vor Ort

  • Dr. Gerlinde Malli, Styria vitalis

15:55 Uhr

Bedarfe erkennen, Prozesse initiieren – Gesundheitskompetenzen stärken in Hameln-Pyrmont

  • Marc Hoellenriegel, Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont

16:15 Uhr

Pause

16:25 Uhr

Gesundheitsinformationen niedrigschwellig vermittelt – Gesundheitsfachkräfte in Bremer Quartieren

  • Marcus Wächter-Raquet, LVG & AFS
  • Danny Can-Naique, (Gesundheitsfachkraft) LVG & AFS

16:45 Uhr

Podiumsdiskussion: Gesundheitskompetenz als Handlungsfeld für Kommunen?! 

  • Rolf Reul, Gesunde Städte-NetzwerkDr. Gerlinde Malli, Styria vitalis
  • Prof. Dr. Marie-Luise Dierks, Medizinische Hochschule Hannover
  • Prof. Dr. Kai Kolpatzik, AOK Bundesverband
  • Britta Susen, Bundesärztekammer

17:30 Uhr

Ende der Veranstaltung

Moderation

  • Corinna Schaefer, Deutsches Netzwerk Gesundheitskompetenz e.V. (DNGK)
  • Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG & AFS).

Flyer

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Anmeldung

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Planung und Realisierung

Die Veranstaltung wird gemeinsam von dem Deutschen Netzwerk Gesundheitskompetenz e. V. und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. (LVG & AFS) ausgerichtet.


Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 29.05.2022

Verlässliches Gesundheitswissen

Gute und verlässliche Gesundheitsinformationen zu finden, ist nicht einfach. Wir informieren über Qualitätsmerkmale guter Informationen und Warnzeichen für schlechte Angebote.

dngk.de/gesundheitsinformationen heißt unsere E-Bibliothek mit verlässlichen Gesundheits- und Patienteninformationen. Unsere Vorstellungen zur Qualität von Gesundheitsinformationen finden Sie nachstehend.

Qualität von Gesundheitsinformationen

Medizinisches Wissen entsteht vor allem aus wissenschaftlichen Studien, nicht allein aus ärztlicher Erfahrung. Vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen sollten deshalb evidenzbasiert sein. Das bedeutet, sie stützen sich auf die beste verfügbare Evidenz, die Belege liefern für den Nutzen oder Schaden einer medizinischen Maßnahme und kommunizieren Unsicherheiten.

Von verlässlichen Gesundheitsinformationen wird laut Beschluss des DNGK-Vorstands vom April 2021 unter anderem gefordert, dass sie

    • Motive und Ziele der Informationen und ihrer Herausgeber deutlich machen,
    • nicht interessengebunden sind,
    • sachlich, objektiv, verständlich und mit wissenschaftlichen Quellen belegt sind,
    • ein realistisches Bild von Gesundheit und Krankheit vermitteln,
    • Hinweise auf weitere Behandlungsoptionen und Konsequenzen einer Nicht-Behandlung geben,
    • alle wichtigen Behandlungsoptionen – wenn möglich mit Nutzen- und Schadenwahrscheinlichkeiten – darstellen,
    • Nutzen und Schaden anhand patientenrelevanter Endpunkte vermitteln,
    • Risiken verständlich kommunizieren,
    • sich zu Unsicherheiten äußern,
    • Angaben zur Aktualität machen (mindestens Veröffentlichungsdatum),
    • verständlich in Sprache und Darstellung sind,
    • Finanzierung und potenzielle Interessenkonflikte der Autoren- und Herausgeberschaft offenlegen,
    • werbefrei sind.

[Quellen: DISCERN.DE 2000Gute Praxis Gesundheitsinformation des DNEbM 2016Patientenuniversität 2019, Verbraucherzentrale 2021].

Gesundheitsinformationen können dann als schlecht bezeichnet werden, wenn sie einseitig, verkürzt, fehlerhaft oder unsachlich sind. Gefährlich werden kann das, wenn Gesundheitsinformationen dazu führen, dass Menschen sich einer nutzlosen oder schädlichen Behandlung unterziehen.

DNGK-Qualitätskriterien für verlässliche Gesundheitsportale

Das DNGK verweist in seiner E-Bibliothek vorrangig auf Gesundheits- und Patienteninformationen ausgewählter Anbieter, deren Informationsangebote nach Einschätzung des DNGK weitgehend den vorstehenden Qualitätskriterien entsprechen.

Zu diesem Zweck überprüft die DNGK-Redaktion anhand der öffentlich zugänglichen Informationen des Anbieters, ob die Qualitätskriterien des DNGK  für verlässliche Gesundheitsportale berücksichtigt wurden.

Portalbewertungen werden auf Initiative des DNGK-Vorstands durchgeführt.


 Qualitätskriterien des DNGK für verlässliche Gesundheitsportale (Stand 10. Mai 2021)

Angaben zu Darlegungen / Informationen
1 Verantwortlichkeit und Interessen, Sachverständigkeit, Autorenschaft Informationen / Kontaktadressen zu Autor*innen, Redaktion und weiteren Beteiligten
2 Ziele, Zweck und Geltungsbereich der Informationen
Zweck, Ziele, Zielgruppen des Angebotes
3 Quellen, Überprüfbarkeit der Aussagen Quellen: Nennung, Auswahl, Bezug zu Leitlinien, Systematischen Reviews, Evidenzbasierter Medizin, Verknüpfung mit Aussagen
4 Aktualität der Informationen Veröffentlichungsdatum, letzte Aktualisierung, geplante Überarbeitung, Gültigkeit
5 Finanzierung, redaktionelle Unabhängigkeit, Werbefreiheit
Informationen / Kontaktadressen der Anbieter, Darlegung der redaktionellen Unabhängigkeit der Autor*innen, Angabe der Kooperationspartner und Sponsoren, Beleg der Werbefreiheit
6 Qualitätsdarlegung des Angebotes Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsdarlegung für das Portal und seine Inhalte (allgemeine / artikelspezifische Methodenpapiere), Verweis auf Zertifizierungen, sofern vorhanden

Verlässliche Gesundheitsportale auf DNGK

Folgende Institutionen haben sich auf Einladung des DNGK zur Veröffentlichung der Qualitätsdarlegungen für Gesundheits- und Patienteninformationen bereit erklärt:

Planungsgruppe “Verlässliches Gesundheitswissen”

Die beteiligten Institutionen haben im September 2021 einen regelmäßigen, gegenseitigen Austausch innerhalb der neu gegründeten <<Planungsgruppe “Verlässliches Gesundheitswissen” des DNGK>> verabredet.

Neben den genannten Organisationen ist in der Planungsgruppe unter anderem das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin DNEbM (Zusage 18.10.2021) vertreten.

Hier geht es zum Passwort-geschützten Arbeitsbereich der  Planungsgruppe.

Wie finde ich gute Gesundheitsinformationen?

Weitere Hinweise zur Suche nach verlässlichen Gesundheits- und Patienteninformationen geben

Gute Gesundheitsinformationen verfügbar machen: Die Qualitätsinitiative “Verlässliches Gesundheitswissen” – Veröffentlichungen

 

Autor: DNGK-Redaktionsteam
Letzte Überarbeitung: 20. 5. 2022

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